Was ist das und wie funktioniert es?

Governance Learning

Governance Learning, die lernende Organisation

Governance Learning ist eine Methode des Wissensmanagementsein und ein Schwerpunkt von Smarter Together, wobei das sog. „Human Ressource Development“ im Zentrum steht. Denn mit den Menschen steht und fällt jede nachhaltige Entwicklung.

Ziel ist es dabei, die Nachhaltigkeit durch einen prozessorientierten Ansatz zu gewährleisten. Dieser kommt bei der Umsetzung der über 40 sehr spezifischen Teilprojekte allein in Wien zur Anwendung. Geschehen tut dies dadurch, dass die Projekte und die diesen zugrundeliegende Vision in der Stadt durch das Mitmachen der Beteiligten verankert werden. Dabei werden die MitarbeiterInnen mit konkretem Wissen ausgestattet ebenso wie emotional angesprochen. Die Einzelprojekte werden dabei klassisch nach der SMART-Methode (Spezifisch, Messbar, Attraktiv, Timed [zeitlich eingegrenzt], Realistisch) umgesetzt. Somit werden zwei unterschiedliche Managementansätze – Prozessorientierung und Zielorientierung – zu einem einzigen zusammengeführt.

Smarter Together Podium mit Stephan Hartmann, Foto von Zsolt Marton
Smarter Together Podium mit Julia Girardi-Hoog, Foto von Zsolt Marton

Innovationsorientierte Organisationskultur und Organisationsdynamik

Das wichtigste strukturelle Instrument war die Festlegung eines konsistenten Budgets für Personal im Rahmen des Projektes („Personenmonate“) sowie darüber hinaus klare Vereinbarungen über die Aufgaben mit den verschiedenen Abteilungen und Vorgesetzten dieser MitarbeiterInnen. Ziel war es, die MitarbeiterInnen in die Lage zu versetzen, sich kreativ in das Projekt einzubringen. Dazu gehörten sowohl MitarbeiterInnen der Stadtverwaltung als auch EntscheidungsträgerInnen auf der einen Seite sowie die der ProjektpartnerInnen auf der anderen Seite. Die Idee war, nicht nur spezifisches technisches Wissen zu vermitteln, sondern vielmehr eine Vision, Werte und eine Begeisterung dafür, um so eine innovationsorientierte Organisationskultur und Organisationsdynamik zu fördern.

Aus dieser Sicht diente Smarter Together als Drehscheibe eines breiten „Netzwerk der Exzellenz„, in dem die verschiedenen Partner die tiefere Vision und die Bedeutung ihrer individuellen Beiträge teilen konnten.

Einerseits brachten die beteiligten MitarbeiterInnen ihre Fähigkeiten, ihr Wissen und ihr Netzwerk ein, so dass sie sich mit dem Projekt und seinen Werten identifizieren konnten. Zum anderen bot das Projekt eine Reihe von meist informellen Möglichkeiten des Austausches während der Projektdurchführung sowie stärker formalisierte Formate wie Jahreskonferenzen, Peer-to-Peer-Lernen (P2P) und die so genannten „Harvesting Workshops“.

Gruppenfoto bei Schulbesichtigung
Diskussionsrunde bei der Ausstellungseröffnung. v.l.n.r.: DI Gregor Puscher (Geschäftsführer des wohnfonds_wien), Dieter Groschopf (stellv. Geschäftsführer), Dr. Julia Girardi-Hoog (MA 25 – Smarter Together), SR DI Ernst Schlossnickel (Stadtbaudirektion Wien), Mag.a Doris Wirth (Geschäftsführerin Bluesave Consulting) DI Werner Auer (Bereichsleiter Sanierung wohnfonds_wien) und LtAbg. Dr. Kurt Stürzenbecher

Beispiele und ...

Hier einige Beispiele:

  • Dialog mit den Mietern: Smarter Together brachte mindestens drei Institutionen zusammen, die sich mit dem Dialog mit den Mietern im geförderten Wohnbau befassen, nämlich die Gebietsbetreuung Stadterneuereung (GB*), die Wohnpartner (Schwerpunkt Gemeindebau) und die wohnbund:consult, eine private Mediationseinrichtung, die sich im Projekt auf die gemeinnützige Wohnungsbaugesellschaft BWSG in der Hauffgasse konzentriert. Alle drei haben unterschiedliche Schwerpunkte und Vorgehensweisen. Durch deren Interaktion im Projekt konnten sie die Ansätze und Vorgehensweisen der jeweils anderen „erleben“ und so auch für sich nutzbar machen und integrieren.
  • IT-Plattform: Das städtische IT-Personal wurde mit der Recherche möglicher internationaler Best Practices für eine innovative Datenplattform beauftragt. Daraufhin entwickelten die MitarbeiterInnen der Stadt Wien eine neuartige Plattform für die Nutzung im Rahmen des Smarter Together Projekts (smartdata.wien). In der Folge trug ihr hoher Grad an Identifizierung mit dem Projektergebnis zur Entscheidung bei, die innovative Datenplattform in die Struktur der Stadt Wien zu übernehmen und zwar spezifisch für Anwendungen im Bereich des IoT (Internet of Things). Die EU-Mittel dienten somit der Entwicklung von Wissen und Fähigkeiten, die für die aktuelle Umsetzung der Datenplattform notwendig sind.
  • Mitarbeiter als Schwerpunkt der Kommunikationsarbeit: Die Kommunikationsarbeit des Projektes wandte sich einerseits an eine breitere Öffentlichkeit. Andererseits war aber ein weiterer Scherpunkt bzw. Zielpublikum insbesondere die beteiligten MitarbeiterInnen des Projektes, die eine gemeinsame Vision und ein gemeinsames Engagement haben. Unterschiedliche Mittel vom Newsletter, Blogeinträgen zu Grätzelspaziergängen dienten dazu, Interesse zu wecken und die Identifikation mit dem Projekt zu stärken. Ziel war, ein tieferes Verständnis für das zugrundeliegenden Anliegen und die Vision des Projekts bei den städtischen Entscheidungsträgern zu verankern. Die Aufnahme der Ansätze von „Smarter Together“ in alle relevanten strategischen Dokumente, ein neues Finanzierungsmodell für die E-Mobilität und andere zeugen davon.
  • Die Folgeprojekte der BWSG: Dier gemeinnützige Wohnbauträger BWSG erkannte die Vorteile der Interessensvermittlung durch eine externe Einrichtung bei Sanierungsprojekten. Dieses konnte wiederum  neue Ansätze und Themen fernab der üblichen Problemorientierung wie das E-Carsharing den MieterInnen näher bringen. Diese Erfahrung ließ die BWSG in weitere Sanierungsprojekte einfließen und zwar ohne dabei auf  zusätzliche EU-Fördermittel zurückzugreifen. Darüber hinaus ermöglichte ein Grätzelspaziergang mit allen Mitarbeitern der Sanierungsabteilung einen Blick über den Tellerrand hinaus.
Smarter Together, Netzwerk der Exzellenz

...nachhaltige Ergebnisse

Als Ergebnis der hervorragenden Projektdynamik konnte durch das intensive „Governance Learning“ i.S. einer aktiven Einbindung von MitarbeiterInnen der Stadt Wien und der Partnerorganisationen, zahlreiche Folgeaktivitäten, Projekte und strategische Ausrichtung und sogar Förderungen initiiert, gestartet und/oder sogar umgesetzt werden.

Dazu zählt sicher die Übertragung der Ansätze von Smarter Together-Wien  in die städtischen Strategien und die strategische Dokumente sowie in das „Smarter Together 2.0“.

Die Entwicklung von spezifischen Fähigkeiten und Erfahrungswerten im Rahmen von „Smarter Together“ verstärkte das Know How für die Entwicklung und Einreichung weiterer EU-finanzierter Projekte sowie solcher, die auf nationaler Ebene finanziert werden.

Das „Governance Learning“ trug auch zur organisatorischen Entwicklung innerhalb der Projektpartner sowie zu ihren jeweiligen Folgeprojekten bei, die alle ohne EU-Finanzierung, aber lediglich im Einklang mit der Smarter Together-Vision durchgeführt wurden.

Das internationale Interesse an Wiens Smarter Together-Ansatz spiegelt sich in der Aufnahme in verschiedene Wissensaustauschplattformen sowie durch verschiedene Preise und Auszeichnungen wider.

Partizipationsnetzwerk

English Summary / Zusammenfassung in Englisch:

Governance Learning, how it is conceived

Governance Learning is a method of knowledge management and a key focus of Smarter Together because the Human Resource Development is in the centre of any sustainable development.

The aim is to ensure sustainability through a process-oriented approach, which is applied in the implementation of the more than 40 very specific sub-projects in Vienna alone. This is done by anchoring the project and the vision in the city through the participation of those involved. In doing so, the employees are provided with concrete knowledge as well as emotionally addressed. The individual projects are implemented in the classical manner according to the SMART method (Specific, Measurable, Attractive, Timed, Realistic). Thus, two different management approaches – process orientation and goal orientation – are merged into one.

Innovation oriented organizational culture and dynamics

The main structural tool was to define a consistent personal-month budget as well as in addition clear agreements on the tasks with the different units and supervisors on these staff. The aim was to empower the staff to work in a creative way for the project. This included municipal staff as well as decision makers on one hand as well as those from the project partners on the other. The idea was to transfer not only specific technical knowledge but rather a vision, values and a commitment that would foster an innovation oriented organizational culture and dynamics.

In this view, Smarter Together served as a hub of a broad “Network of Excellence” where the different partners shared the deeper vision and meaningfulness of their individual contributions.

On one hand, the involved staff contributed their skills, knowledge and network so that they could identify themselves with the project and its values. On the other, the project provided a number of mostly informal means of exchange during project implementation as well as more formalized formats such as annual conferences, P2P learning and the so called “harvesting workshops”.

Here some examples:

  • Dialogue with tenants: marter Together brought together at least three institutions dealing with the dialogue with tenants of Vienna’s subsidized social housing eco-system, namely the Urban Renewal Office, the Wohnpartner (focusing on municipal housing) and the wohnbund:consult, a private mediation institution focusing in the project on the limited profit housing association BWSG in the Hauffgasse. All three have different focuses and ways of doing things. Through the interaction in the project they were able to experience and integrate the other’s approaches and ways of doing it.
  • IT Platform: The municipal IT staff was tasked with the research on possible international best practices regarding an innovative data platform and as a result developed a novel platform for the use of the project (smartdata.wien). As a result, their level of identification contributed to the decision making process of integrating the data platform in the structure of the City of Vienna for the purpose of IoT in a roll out phase. The EU funds served hence the development of skills that are necessary in the implementation of the roll out.
  • Communication focus: the staff. The communication task reached out to a wider public but also and more specifically to the involved staff sharing vision and commitment. Different tools from newsletter, blog entries to district walks attracted different means of attention. The idea was to anchor the profound understanding of the project’s aim and vision within the urban decision makers. The inclusion of Smarter Together’s approaches in all relevant strategic documents, a new funding scheme for e-mobility, and others.
  • BWSG next projects: The BWSG housing association experienced the benefits of the mediation of an external institute that used new approaches and issues far from the usual problem-oriented ones such as the implementation of the e-carsharing sheme and  incorporated through doing these learnings in their next generation refurbishment projects without additional EU funding. In addition, a district walk with all staff allowed to have a view beyond the usual tight job descriptions.

As a result of the excellent project dynamics the intensive governance learning through the active involvement of staff of the City of Vienna and partner organisations, numerous follow up activities, projects and strategic orientation and even funding schemes were initiated, launched and/or even implemented.

Hence, the strategic level replication through the inclusion of Smarter Together methods in municipal strategies and strategic documents as well as Smarter Together 2.0 is certainly to be seen as a result of intensive governance learning.

The development od skills within Smarter Together increased the capacity to develop specific EU funded projects and such funded on national level.

Governance learning also contributed to the organizational development within the project partners as well as to their respective follow up projects all implemented without EU funding but merely in line with the Smarter Together vision.

The international interest for Vienna’s Smarter Together approach is reflected in the inclusion in different knowledge exchange platforms as well as through different awards.

Bojan Schnabl